MATS-Analyse: Präzise Trainingsfortschritte ableiten und bewerten

Patrick Pirhala-Moritz
 
 

 

Patrick Pirhala-Moritz ist im Besitz der DTU A -Trainer Lizenz (Olympischer Triathlon) und hat einen Masterabschluss der Sportwissenschaft (Universität Bayreuth). Der Oberfranke betreut hauptberuflich Radsportler, Läufer und Triathlet*innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie ehrenamtlich lokale Nachwuchssportler. Vom Hobby- bis ambitionierten Altersklassenathleten bereitet Patrick auf alle Distanzen vor. Dazu zählen Landesmeistertitel, WM-Qualifikationen oder Podiumsplatzierungen im DTU Nachwuchscup.

 

 

 

Die MATS Analysefunktion

 

Herzfrequenz, Leistung oder Geschwindigkeit. Die wohl konventionellsten Trainingsparameter neben der RPE-Skala. Das Analysetool von Mats bringt tausende von Datenpunkte einfach und effektiv in Form und ermöglich es unter bestimmten Gesichtspunkten sehr präzise Fortschritte über das absolvierte Training abzuleiten und ebenso präzise zu bewerten (z.B: polarisierte vs. pyramidale Trainingsmethodik).

 

 

In dieser Analyse ist es mir möglich die Verschiebung der ersten Laktatschwelle abzuleiten und Rückschlüsse aus dem Training zu ziehen, da die Herzfrequenz eine Reaktion auf den erhöhten metabolischen Umsatz widerspiegelt. Dies ermöglicht es mir das LIT-Training sowie das Training im Bereich des Fatmax sehr simpel zu definieren, da das Fatmax mit dem ersten Laktatanstieg in enger Beziehung steht.

 

 

Ähnliche Ableitungen lassen sich für FTP oder zweite Laktatschwelle über das Analysetool machen. Der Punkt der „zweiten Schwelle“ liegt in der Regel kurz vor dem Abflachen der HF vs. Watt Kurve, ähnlich dem Conconi-Verfahren, nur dass die Mats-Analyse nicht auf einen einzelnen Test für ihre Datenmenge zurückgreift, sondern auf alle gemachten Trainingseinheiten innerhalb eines ausgewählten Zeitraums. Es sollten daher Datenpunkte aus LIT, MIT und HIT in die Analyse eingehen.

 

Was man allerdings bei der Interpretation der Daten berücksichtigen sollte, ist die Art und Weise wie die Daten gesammelt werden. Entscheidend ist, ob immer das gleiche Messinstrument verwendet wird. (z.B.: Wattmesspedal vs. Rollentrainer oder Outdoor-Lauftraining vs. indoor auf dem Laufband). Die Genauigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da Trainingsanpassungen und Ableitungen durch die Reliabilität gegeben sind. Ein Abflachen der Herzfrequenz kann aber auch ein Anzeichen für akute bzw. teilweise chronische Überbelastung sein, dies ist jedoch durch regelmäßiges Feedback der Sportler*innen oder den Mats-Score überprüfbar.

 

Für mich persönlich hat das Analysetool von Mats in den letzten Monaten meine Beobachtungen aus den gesammelten Trainingsaufzeichnung bestätigt und damit meine Annahmen zum Trainingsfortschritt nur bekräftigt. Das Wichtigste für mich als Coach ist aber, dass die Athlet*innen im Feedbackgespräch die Analysen auf Grund ihrer subjektiven Einschätzung als äußerst realistisch erachten.

 

Kontakt: patrick@pp-endurancecoaching.de

Homepage: www.pp-endurancecoaching.de

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